Referenten des Medienforum Mittweida: Joachim von Hippel

Beinahe täglich dringen Meldungen aus den Krisengebieten dieser Erde zu uns durch. Selbstmordanschläge werden verübt, bewaffnete Konflikte kosten zivile Opfer und Anhänger des Militärs das Leben. Bürger- und Unabhängigkeitskriege werden ausgetragen und der “Krieg gegen den internationalen Terror”, den die USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ausgerufen haben, ist auch für Deutschland längst zum Thema im politischen Alltag geworden.

Joachim von Hippel

Joachim von Hippel - Gründer und Cheftrainer des PAS-Teams, welches Safety & Security Trainings durchführt. (Foto: J. von Hippel)

Die Liste der aufgeführten kriegerischen Auseinandersetzungen, die bis heute andauern, ist lang - ebenso die der Getöteten, Gefallenen oder Verwundeten. Die Organisation “Reporter ohne Grenzen” verzeichnet in ihrem Kriegsbarometer für das Jahr 2009 bereits 33 getötete Journalisten. Denn diese Menschen sind es, die uns die grausamen Nachrichten von Krieg, Tot und Gewalt unter Einsatz ihres Leben täglich durch die Medien übermitteln.

Joachim von Hippel, 1965 geboren, ist bestens vertraut mit den Gefahren und Anstrengungen, die Journalisten in den Konfliktherden der Welt erwarten. Er ist der Gründer und Cheftrainer des PAS-Teams, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Journalisten auf ihren Einsatz in Krisengebieten vorzubereiten. “PAS” steht dabei für Power, Action und Survival. Diese Begriffe spiegeln die Kraft des Trainerteams, die erlebnisorientierte Ausbildung der Seminarteilnehmer sowie das Überleben in der Natur wider.

Von Hippel gibt in seinen Seminaren seine langjährige berufliche Erfahrung als Fernspähwebel und Elitesoldat im In- und Ausland, Personenschützer und Rettungsassistent an Reporter, die auf einen derartigen gefährlichen Einsatz vorbereitet werden, weiter. Über eine Hotline ist er Tag und Nacht für Journalisten, die in Krisengebieten in eine Notlage geraten sind, erreichbar.

Den Anstoß für die von ihm und seinem Team durchgeführten Safety & Security Trainings (SAFSEC) lieferten Joachim von Hippel die Beobachtungen, die er selbst während seiner diversen Kriegseinsätze, unter anderem in Somalia, Serbien, Bosnien, Afghanistan und dem Irak, machte. Dort bemerkte er viele Situationen, in denen sich Reporter und Fotojournalisten wissentlich, um ihren Auftrag zu erfüllen, oder aus purer Unwissenheit in Gefahr brachten.

Von Hippel setzt daher heute in seinen Seminaren auf theoretisches Wissen, was das Überleben in Kriegsgebieten sichern kann: Was gibt es für kulturelle Besonderheiten in den Einsatzgebieten zu bedenken? Wie sehen Minen, Waffen und Munition unterschiedlicher Kriegsparteien aus und vor allem, wie wirken sie?

Er konfrontiert seine Teilnehmer zu Übungszwecken mit realitätsnahen Gefahrensituationen wie vermintes Gelände, Angriffe, Verhöre und Geiselnahmen.

In Mittweida bereichert Joachim von Hippel das 13. Medienforum mit einem Vortrag zum Thema “Berichterstattung aus Krisengebieten”. Zu erwarten sind interessante Ausführungen eines erfahrenen Trainers, der weiß, wie man mit Umsicht und Verstand die Weltöffentlichkeit über die Vorgänge in den Krisengebieten der Erde informieren kann, ohne dabei sich selbst und andere in Gefahr zu bringen.

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