Höhepunkte des Medienforum: Der Poetry Slam

Am Abend des 10. Novembers steht einer der kulturellen Höhepunkte des Medienforums auf dem Programm: Ab 21 Uhr sind Gäste und Referenten zum zweiten Mittweidaer Poetry Slam in die alte Brauerei eingeladen. Ein Dichterwettstreit der besonderen Art – das verrieten Teamleiter Stefan Sturm und Initiator des ersten Poetry Slams Daniel Oestreich.

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Der zweite Poetry Slam in Mittweida - Ein Dichterwettstreit der besonderen Art. (Grafik: Philipp Apler)

“Die Teilnehmer treten in einer Art Wettbewerb gegeneinander an, um ihre selbstverfassten literarischen Texte zu präsentieren. Dabei ist alles möglich und erwünscht: Lyrik, Poesie, Gedichte, Geschichten – sogar ein Rap wäre denkbar.” So beschreibt Stefan Sturm, Teamleiter und selbst Zweitplatzierter beim ersten Mittweidaer Poetry Slam, die Veranstaltung. Für den Auftritt gibt es zwar Rahmenbedingungen – so darf der Vortrag maximal fünf Minuten dauern und zu nicht mehr als einem Zehntel aus Gesang bestehen. Innerhalb dieses Rahmens aber haben die Wettbewerbsteilnehmer große Freiheiten. Die Texte können jedes beliebige Thema behandeln und die verschiedensten Stimmungen erzeugen. “Ich habe keine Ahnung, was auf mich zukommt – und ich will es auch gar nicht wissen. Ich werde genauso überrascht sein, wie die Zuschauer”, freut sich Stefan.

Der Wettbewerb wird in zwei Runden durchgeführt. In der ersten Runde präsentieren alle acht Slammer einen ersten Text. In der anschließenden Pause kann das Publikum mit Hilfe eines Zettels abstimmen, welche drei Teilnehmer im Finale gegeneinander antreten sollen. “Interessant ist, dass die Zuschauer ja nicht nur den Text, sondern mit der Vortragsweise auch das Gesamtbild und Aspekte wie Mimik und Gestik bewerten. Außerdem ist die gesamte Bewertung sehr stimmungsabhängig”, erzählt Stefan aus Erfahrung. Nachdem die drei Finalisten mit einem zweiten Text versucht haben, das Publikum von sich zu überzeugen, wird nach Applaus abgestimmt. Musikalisch wird die Veranstaltung von der Band “Lord Advocate” begleitet, die in Mittweida vor allem durch ihre Teilnahme am Bandcontest “Sachsen rockt!” im Juni dieses Jahres bekannt sind. Eine Premiere: Zum ersten Mal spielen “Lord Advocate” unplugged. Ein weiteres Highlight des Abends wird der Gastauftritt von Slammer Thomas Jurisch. “Er war auch schon letztes Jahr dabei, ist sehr erfahren und wird für ordentlich Stimmung sorgen”, da ist sich Stefan sicher.

Die Liste der Teilnehmer kann sich ebenfalls sehen lassen. “Wir hatten ein paar Wunschkandidaten, die wir direkt angeschrieben oder angesprochen haben”, berichtet Stefan. So konnte sein Team nun schon sechs Slammer für das Event begeistern: Tom Schilling aus Chemnitz, der im vergangenen Jahr den ersten Platz belegte; Lokalpatriot Frank Weißbach aus Mittweida; Buchautor Jens Ossada, ebenfalls aus Mittweida; “Die Dame mit Hut” Iris Keller aus Chemnitz; den Leipziger Künstler Günther Brendel und den 85-jährigen Leipziger Rudi W. Berger. “Wir haben also noch zwei Plätze frei, daher Mut zur Sprache, egal ob Student, Mittweidaer oder Besucher aus der Ferne.”, erklärt Stefan.

Die Veranstaltung ist eine Premiere im Rahmenprogramm des Medienforums. Zwar gab es schon im Jahr 2008 den ersten Mittweidaer Poetry Slam, doch der entstand damals nur in Kooperation mit dem Organisationsteam des Kongresses. “Während die Referenten am Ende des ersten Tages beim Gipfeltreffen der Medienbranche den inoffiziellen Auftakt der Kongresswoche feierten, war für die Studenten mit dem letzten Vortrag um 19 Uhr Schluss”, berichtet Initiator Daniel Oestreich über die Entstehung der Idee. Inspiriert durch ähnliche Wettbewerbe in Fernsehen und Internet und mit Unterstützung von Helen Kaiser organisierte er deshalb im vergangenen Jahr den ersten Mittweidaer Poetry Slam. “Ich habe Stefan das Feld komplett überlassen und ich bin sicher, er macht etwas Kreativ-Verrücktes daraus. Ich werde es mir nicht nehmen lassen, hinzugehen. Ich hoffe, dass sich der Poetry Slam in den kommenden Jahren als Tradition in Mittweida etabliert”, schließt Daniel.

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