Dienstleister Kameramann

Mit interessanten Erlebnissen und situationsbedingter Komik führte Ronny König durch einen der ersten Vorträge des Medienforum 2009. “Was wollt ihr nach eurem Studium werden?”, fragte der Kameramann des Mitteldeutschen Rundfunks das Publikum. “Kameramann”, ruft ihm ein Student zu. “Wird es so nicht mehr geben”, erwidert ihm Ronny König.

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Ronny König - Kameramann des Mitteldeutschen Rundfunks. (Foto: Tom Zylla)

Die Medienlandschaft verändert sich. Der Beruf Kameramann umfasst heute viel mehr.  Ronny König lobt in diesem Zusammenhang die Ausbildung an der Hochschule Mittweida, da diese alle Fassetten des Medienberufes behandelt.

Seit 20 Jahren arbeitet Ronny König für den MDR und drehte Reportagen auf der ganzen Welt. Seine erste Reise führte ihn 1992 nach Israel. 1997 drehte er im ehemaligen Kriegsgebiet in Sarajevo. “Es besteht immer ein hohes Risiko auf solchen Reisen” erzählt der Referent. Schutzkleidung für das Team ist unumgänglich.  Als Ronny König 2004 in Kabul war, wurden er und sein Team am Flughafen mit gepanzerten Fahrzeugen abgeholt und direkt mit Schutzweste und Helm ausgestattet.

Auch in Deutschland erlebte der Medienmann spektakuläre Drehs. Ob Unterwasseraufnahmen in eiskalten Gewässern, Luftaufnahmen angeschnallt an einem Hubschrauber oder das Abseilen in einen 130 Meter tiefen Brunnen. Der Mann hinter der Kamera muss heutzutage Vielseitigkeit beweisen.
“Wie sieht ihr alltäglicher beruflicher Ablauf aus?”, fragt die 21-jährige Medientechnikstudentin Tina Grassow. “Natürlich unterliegt auch meine Arbeitszeit einem Dienstplan. Dieser richtet sich nach dem Sendeplan. Wenn ich in Deutschland auf Arbeit gehe, liegt auf meinem Schreibtisch ein Drehbuch, in dem alles minutengenau durchgeplant ist. Das ist bei einem Auslandsreport nicht so”, antwortet der Kameramann der Studentin.

Die Arbeit des Kameramanns wird vor allem durch Videoredakteure bedroht.  “Für aktuelle Nachrichten oder einfache Wetterbilder werden kaum noch Kameramänner geschickt”, erklärt König. Fest eingestellt wird nur noch selten ein Kameramann oder Cutter. Die Tendenz geht zu freien Mitarbeitern. Den Medienstudenten gibt er mit auf den Weg, sich vielseitig zu qualifizieren, um auch zukünftig bestehen zu können.

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