Bei RTL werden Maden gegessen während man im ZDF an den Hinterlassenschaften von Kühen schnuppert. Müssen wir die Qualität im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nun auch schon suchen? Leidet die Qualität des Fernsehens unter den Quoten? In der Diskussion “Dschungelcamp vs.Wetten dass…?” wurden diese Fragen beantwortet.
“Ich stelle einen Verfall des Niveaus bei ARD und ZDF fest”, so Holger Kreymeier zu Beginn der Diskussion. “Ich zahle doch nicht für Formate bei den öffentlich-rechtlichen, die ich bei den Privaten umsonst bekomme.” Bekannt ist Kreymeier durch seine Kampagne “Dafür zahl ich nicht” und das Online-Magazin “Fernsehkritik TV”.
Die Medienlandschaft und die Medienwahrnehmung der Zuschauer haben sich verändert. ARD und ZDF werden zum größten Teil nur noch der Befriedigung des Informationsbedürfnisses wegen geschaut. Die privaten Sender hingegen dienen der Unterhaltung. Doch das Fernsehen braucht Formate wie Boulevard und Soaps, aber in Maßen, um eine Mehrzahl der Zuschauer anzusprechen. “Die öffentlich-rechtlichen kopieren die Formate der Privaten”, so Kreymeier. So wird eine Sparte übermäßig bedient und die eigentliche Aufgabe des Fernsehens, welche im Rundfunkstaatsvertrages geregelt ist, nämlich den Bildungsauftrag aufrecht zu erhalten, bleibt somit nicht mehr bestehen. “Um das zu verhindern, sollten sich die öffentlich-rechtlichen lieber abgrenzen, anstatt den Privaten hinterher zu laufen”, meint Kreymeier.
Frank Höfling, Geschäftsführer der OTTONIA MEDIA GmbH, gibt zu, dass es dem öffentlich-rechtlichen Programm an Kreativität und vor allem Mut zur Kreativität fehle, jedoch auch an Geldern und der Chance, sich aus zu probieren. Ebenso fehlt es ihnen an einem Gespür, potenzielle Formate richtig in das Programm einzugliedern. Eine Zuschauerin der Diskussion äußert, dass eine interessante Sendung immer zu spät oder zu früh im Programm läuft und somit den Zuschauer nicht erreichen kann. “Was natürlich in den sinkenden Quoten der öffentlich-rechtlichen zu sehen ist”, so Kreymeier. Höfling fügt am Ende der Diskussion hinzu, dass die Öffentlich-Rechtlichen zu früh aufgehört haben, sich um die jungen Leute zu bemühen.
