Im Panel “Internationale Computerspielentwicklung” diskutierten Moderator Heiko Klinge - Redakteur von GameStar, Dr. Malte Behrmann - Mitbegründer des deutschen Bundesverbandes der Entwickler von Computerspielen (G.A.M.E. e.V.), Nils-Holger Henning - von Bigpoint CCO sowie Olaf Wolters - Geschäftsführer der Entwicklervereinigung NORTHSTAR DEVELOPERS.
Wie sieht es derzeit auf dem deutschen Computerspielmarkt aus? Warum ist es für Deutschland eher problematisch, sich in dem Bereich international zu etablieren? Diese und andere Fragen waren Thema der heutigen Diskussion.
Insgesamt wird der deutsche Markt vom Ausland dominiert. Zurzeit gibt es etwa 250 Entwicklerstudios mit ungefähr 3500 Mitarbeitern in Deutschland. Zu den Genres, die nur in Deutschland erfolgreich sind, gehören Aufbauspiele, Pferdespiele und Pseudo-Simulatoren. Doch international gesehen belegt Bigpoint mit Sitz in Hamburg hingegen nur den dritten Platz bei den am schnellsten wachsenden Unternehmen.
Dass die Entwicklung von Computerspielen in Deutschland noch Aufholbedarf birgt, darüber sind sich die diskutierenden Gäste einig. Ihre Antworten, warum das so ist, gehen allerdings auseinander. Dr. Malte Behrmann ist der Meinung, mit der Computerspielentwicklung gehe es nicht voran, “weil es keine öffentliche Förderung” gibt. Nils-Holger Henning sieht auch, dass eine Spielentwicklung nicht gerade billig ist und die Geldgeber in den USA risikofreudiger sind als in Deutschland. Trotzdem kann er erzählen, dass seine Firma Bigpoint CCO sich ohne staatliche Unterstützung gegründet hat. Und weil sie internationales Potential haben, hat sich NBC Universal dazu entschlossen, in sie als deutsche Firma zu investieren. Olaf Wolters ist hingegen der Ansicht, dass einfach “sehr gute Spiele entwickelt werden müssen”, denn dann spiele Geld auch keine Rolle. Außerdem sei die Branche sehr dynamisch, daher würde es sich nicht lohnen, einen Investitionsplan zu entwickeln, der in zwei bis drei Jahren nicht mehr funktioniert.
Neben der Finanzierung weist aber auch die Ausbildung im Gamebereich Tücken auf. In der Branche arbeiten derzeit hauptsächlich Studienabbrecher. Studiengänge, die die Brücke zwischen Informatik und Design schließen, gibt es in Deutschland nicht. Dr. Malte Behrmann erklärt abschließend “In Deutschland hat man Angst vor dem Modernen und instrumentalisiert Computerspiele daher politisch. Es geht dabei gar nicht um die Computerspiele an sich.”
(Fotos: Matthias Munzel)







