Paradoxon Local 2.0

“Man kann nicht nicht kommunizieren”, so der Psychoanalytiker Paul Watzlawick. Aber wie funktioniert moderne Kommunikation im lokalen Fernsehen gegenwärtig und in der Zukunft? Diese Fragestellung diskutierten Experten im Symposium “Kommunikation in kleinen Welten”.

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Prof. Liepelt stellt seine Erkenntnisse aus fünf Jahren Publikumsforschung vor. (Foto: Sebastian Kubatz)

Die Kompetenzrunde eröffnete heute zwei Tatorte bestehend aus Kommunikationsforschern, Professoren und Medienexperten. Zuerst wurde die Theorie im Tatort 1.0 besprochen: die Publikumsforschung.

Darin stellte unter anderem Klaus Liepelt, Professor an der Hochschule Mittweida, seine Erkenntnisse aus fünf Jahren Publikumsforschung vor. Dr. Lothar Krempel, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Max Planck Instituts für Gesellschaftsforschung in Köln, sprach über die kleinen Netze vor Ort.

Nach dem theoretische Teil diskutierten sie die Praxis im Tatort 2.0: die Publikumsbildung.

Sachsens kleinräumige Medienlandschaft und die Macher deren hoffen auf eine digitale Revolution auf den kleinen Kommunikationsmärkten des Freistaates. Aber gibt es für die geplante Local 2.0-Revolution auch genügend Content-Erzeuger aus dem Volk? Scheinbar ja, denn Plattformen wie youtube.com zeigen, dass der Wunsch nach Mitmach-Medien beständig ist. Nur die Nutzer der lokalen, sächsischen Fernsehsender haben offensichtlich nur wenig Interesse am selbstgemachten Heimatprogramm im World Wide Web. Kein Wunder, Prof. Liepelts Analysen zeigen, dass zwei Drittel der Nutzer über 50 Jahre alt sind und somit primär zur Modem-Generation zählen. Ähnlich wie die meisten Macher der lokalen Programminhalte: Diejenigen, die die Fortschreitung der Digitalisierung und des Web 2.0 derzeit leider nur von Weiten beobachten. “Die Programmveranstalter müssen auch mit den technischen Entwicklungen wachsen, denn die Nutzer waren schon immer Sender und Rezipient in einem”, so Prof. Liepelt.

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