Die Pressefreiheit ist ein Menschenrecht, das im Artikel 5, Abs.1 des Grundgesetzes festgeschrieben steht. Dennoch sind weltweit Journalisten bei ihrer Arbeit einigen Einschränkungen unterworfen. Wo wird die Aufgabe, frei zu berichten, zur Lebensgefahr und was kann man dagegen tun? Diese und andere Fragen wurden in der Veranstaltung “Zwischen Aufklärung und Zensur” geklärt.
Ruprecht Eser, ehemaliger ZDF-Chefreporter und Auslandskorrespondent äußert zu Beginn der Veranstaltung: “Es ist schwer etwas über politische Probleme in den Berichterstattungen unterzubringen. Da eine Veränderung in den elektrischen Medien, den Öffentlich-Rechtlichen und dem Publikum stattgefunden hat. Das politische Interesse hat sich verändert”.
Kritische Berichterstattungen im Ausland werden versucht, doch existieren zudem auch heute die sogenannten “embedded Journalists”. Das sind kontrollierte und zivile Kriegsberichterstatter. Diese werden im Krieg einer kämpfenden Militäreinheit zugewiesen. Auf diese Weise ist eine Kontrolle der Berichterstattung möglich. Die Kriegsberichtserstattung eines “embedded Journalist” bezeichnet Eser als eine subtile Art, da hier Manipulation herrscht und der Journalist aus der Sicht eines Panzers berichtet. Er zeige den Alltag der Bundeswehr im Irak, aber keine Opfer auf militärischer Seite. Somit nicht die Wirklichkeit, sondern eine eingeschränkte Perspektive.
Die richtige Schulung eines Reporters im Ausland ist zudem von Nöten. Damit er gefährliche Situationen richtig einschätzen und dementsprechend auch handeln kann. Joachim von Hippel, Geschäftsführer des PAS-Teams, hat sich auf die Vorbereitung von Journalisten und ihrer Tätigkeit in Kriegs –und Krisengebieten spezialisiert. Ein Schlüsselerlebnis in Bosnien brachte ihn auf diese Geschäftsidee. Von Hippel möchte sein Wissen als ehemaliger Soldat an Journalisten weitergeben, damit diese mit den Kniffen im Ausland leben und überleben können. “Ein Journalist, der bei uns einen Lehrgang absolviert hat, geht mit einem sicheren Gefühl ins Ausland”, so von Hippel.
Die Presse wird auch als vierte Gewalt bezeichnet. Doch auch Hagen Tober, Produzent der Deutschen Welle TV, bezweifelt, dass sie diesen Anspruch heute noch erfüllt. “Der Recherchejournalismus hat es heutzutage nicht mehr leicht. Da viele Menschen keine Zeitungen mehr lesen. Das Eingehen der Zeitungen ist ein großer kultureller Verlust”, äußert Ruprecht Eser. “Die Pressefreiheit wird auch dadurch bedroht, dass es den jungen Leuten ausreicht, sich online zu informieren oder nur die reinen Überschriften zu lesen”, fügt er hinzu.
(Fotos: Martin Glass)







