“Scheinbare Anonymität gibt es nicht”

Google ist inzwischen mehr als nur eine Suchmaschinenreise. Das Ideal, “Alles Wissen der Welt zu organisieren und verfügbar zu machen”, treibt Google an. Lars Reppesgaard, Autor des 2008 erschienen Buches “Das Google-Imperium”, stellte die Auswirkungen des erfolgreichsten Suchmaschinenunternehmens auf die Medienwelt vor, ebenso das Imperium selbst und beantwortete die Fragen der Vortragsbesucher zum Thema Datensicherheit im Vortrag “Netzmacht Google-Freund oder Feind?”.

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Lars Reppesgaard in Aktion bei seinem Vortrag über Google. (Foto: Sebastian Kubatz)

“Ohne Suchmaschinen würde man die Informationen gar nicht finden, sie sind sogenannte Torwächter”, so Reppesgaard zu Beginn des Vortrages. Rund neun von zehn Deutschen googeln täglich auf der Seite der Suchmaschine. Etwa 1,8 Billionen GB Daten werden zudem täglich hochgeladen, das entspricht in etwa 240.000 Digitalfotos pro Person am Tag. Google ist heute eine der wertvollsten Marken der Welt.

Der Konzern besteht aus 20.000 Mitarbeitern und erzielt einen Umsatz von 20 Milliarden Dollar pro Jahr. Das Prinzip von Google besteht darin, Unmengen von Nutzerdaten zu Sammeln, damit die Suche und die einträglichen Online-Werbeprogramme funktionieren. Zudem erstellt der Konzern sich so ein Profil des Nutzers hinter dem Computer und kann mit Hilfe der Daten seine eigenen Möglichkeiten in Zukunft genauer auf den Nutzer anpassen. Eine “scheinbare Anonymität” gibt es bei Google nicht. Genau dies beängstigt auch Reppesgaard, “Google-Mitarbeiter sind freundlich und einfallsreich, aber ich habe Sorge in deren Umgang mit den Daten”.

Die Suchmaschine Google bietet zudem noch 60 weitere Dienste für die Nutzer an, darunter sind Mail- und Landkartendienste “Google Maps”, virtuelle Weltansichten “Google Earth”, Handy- und Navigationssoftware sowie Online- und Büroanwendungen zu finden. Derzeitig plant das Unternehmen alle Bücher der Welt einzuscannen und ins Netz zu stellen. Doch wird dieses Vorhaben als sehr umstritten angesehen. Da das Prinzip, Bücher kostenlos zum Lesen anzubieten, den Verlegern und Autoren nicht sonderlich gut gefällt. Bereits jetzt laufen einige Rechtsstreite zu diesem Thema in Amerika.

Ein weiteres Angebot, welches das Unternehmen neben der Funktion als Suchmaschine bietet, ist die Funktion einer Online Tageszeitung, der sogenannten “Google News”. “Für Journalisten ist dies eine unglaubliche Chance, schnell und einfach Informationen zu bekommen”, so Reppesgaard. Auch in Zukunft sieht er den Konzern weiterhin fest bestehen: “Google ist so groß und so riesig, dass er in den nächsten zehn Jahren sicherlich nicht zerbrechen wird.”

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